Chamber of Commerce of Bolzano
Annelies Leitner

Annelies Leitner

Das Hobby als Beruf

Annelies Leitner ist Geschäftsführerin und Art Directorin von Leitner Graphics in Feldthurns. Sie ist Mutter von zwei Kindern, arbeitet im Betrieb ihres Mannes mit, dem Aktiv & Vitalhotel Taubers Unterwirt und engagiert sich ehrenamtlich in Frauengremien.

Ein kreativer Beruf, für den Sie sich entschieden haben – stand die Richtung immer schon fest?
Annelies Leitner: Eigentlich war ich in jungen Jahren zunächst ein wenig orientierungslos, was meinen Berufswunsch anging. Erst als meine ältere Schwester in Innsbruck eine Ausbildung zur Werbegrafikerin machte, wurde mir schlagartig bewusst: Das ist mein Weg! Schließlich habe ich ja schon immer gerne gezeichnet, in der Tischlerwerkstatt meines Vaters geschnitzt, mich einfach kreativ ausprobiert.

Was braucht es, um in der Selbstständigkeit bestehen zu können?
Ich würde sagen, es braucht Motivation, einen starken Willen und die Bereitschaft, viel und auch zu den unmöglichsten Tageszeiten zu arbeiten, zudem ein dickes Fell und natürlich Teamfähigkeit, denn man arbeitet immer wieder mit neuen Partnern und Teams zusammen.

Sie sind schon lange im Geschäft und es hat sich vieles getan in den vergangenen Jahren, auch in Ihrer Branche?
War ich anfangs vor allem im Bereich Gastgewerbe tätig, haben sich die Aufträge immer wieder gewandelt, mal waren Webseiten hoch im Kurs, dann wieder etwas anderes, derzeit arbeite ich beispielsweise viel im Lebensmittelbereich/Packaging. Und stetig weiterentwickelt hat sich ja auch die Technologie. Während es zu meinen Anfangszeiten ja nicht einmal Internet gab, haben die neuen digitalen Möglichkeiten, wie etwa Social Media, an enormer Bedeutung gewonnen. Vor allem aber sind die bürokratischen Herausforderungen gewachsen. Es ist schon mühsam manchmal, da man als „kleines Büro“ ja fast den gleichen Aufwand betreiben muss wie eine große Firma. Diesbezüglich würde ich mir vom Gesetzgeber schon eine Differenzierung und Erleichterung für Kleinunternehmen wünschen.

Sie hätten es sich ja auch einfacher machen und im Betrieb Ihres Mannes Ihren Lebensunterhalt verdienen können?
Das stimmt. Gerade im Gastgewerbe ist es ja nicht unüblich, dass man als Partner/in im Betrieb mitarbeitet. Aber ich hatte schon immer meine eigenen beruflichen Vorstellungen und mein Mann hat mich dabei bedingungslos unterstützt. Selbstverständlich helfe ich auch im Hotel mit, vor allem im Hintergrund was Marketing, Dekoration und ähnliches betrifft, aber mein Herz schlägt primär für meine Arbeit, die ich im Grunde als Hobby empfinde und die mich ausfüllt.

Einige der Arbeiten, die Annelies Leitner grafisch entworfen hat.

Zusätzlich sind Sie auch noch ehrenamtlich eingespannt?
Ich gehöre dem lvh-Landesausschuss der Frauen und seit Jänner dieses Jahres auch dem Beirat zur Förderung des weiblichen Unternehmertums der Handelskammer an. Ganz allgemein halte ich Verbandsarbeit für äußerst wichtig und vor allem für kleine Firmen sehr interessant in Hinsicht auf die angebotenen Dienstleistungen.

Ein voller Terminkalender – haben Ihre Töchter nie bemängelt, dass die Mama so beschäftigt ist?
Ganz im Gegenteil, unsere Töchter haben es gelernt zu schätzen, dass die gemeinsame Zeit wertvoll ist und nicht als Selbstverständlichkeit hingenommen werden soll. Was zählt ist schlussendlich die Qualität!

Info

Annelies Leitner, Jahrgang 1970, ist in Pfunders aufgewachsen. Sie ist verheiratet mit dem Hotelier und Landtagsabgeordneten Helmut Tauber und hat mit ihm zwei gemeinsame Töchter (Lisa 20, Anna 18). Nach der Matura am wissenschaftlichen Lyzeum in Bruneck absolvierte sie in Verona die Ausbildung zur Diplom-Grafikdesignerin und arbeitete zunächst in diversen Agenturen, bevor sie sich im Jahre 1997 mit ihrer Grafikfirma Leitner Graphics selbstständig machte.

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