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WIFO prämiert die besten Abschlussarbeiten
Vergangene Woche wurden Fabian Giovannini, Doris Reiserer und Laura Baldin im Rahmen des Wettbewerbs „Bachelor- und Masterarbeiten zur Südtiroler Wirtschaft“ in der Handelskammer Bozen ausgezeichnet und mit einem Preisgeld von je 1.500 Euro belohnt. Die Anmeldefrist für die nächste Ausgabe des Wettbewerbs läuft vom 13. April bis 14. Juni 2026.
Beim Wettbewerb des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen können Student/innen die Forschungskonzepte ihrer Bachelor- und Masterarbeiten zur Südtiroler Wirtschaft einreichen.
Im Rahmen der Prämierung des vergangenen Wettbewerbs stellten die drei Gewinner/innen die Ergebnisse ihrer Abschlussarbeiten vor und erhielten neben einer Urkunde auch ein Preisgeld von je 1.500 Euro.
Fabian Giovannini aus Neumarkt beschäftigte sich in seiner Masterarbeit „Taxing Vacant Houses: Evaluating the Economic Impacts of South Tyrol’s Reform of the Municipal Real Estate Tax“ mit der 2023 erhöhten Gemeindeimmobiliensteuer auf leerstehende Wohnungen und den kurzfristigen Auswirkungen dieser Reform auf den Wohnungsmarkt in Südtirol. Es zeigte sich eine Verschiebung hin zu privaten Kurzzeitvermietungen, während keine Preissenkungen festgestellt werden konnten. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Auswirkungen der Steuer auf die Bezahlbarkeit von Wohnraum möglicherweise begrenzt sind, auch wenn sie den Leerstand reduzieren könnte.
In den 1930er- und 1940er-Jahren entstanden in Südtirol rund 350 Bunker, von denen einige inzwischen zu Wirtschafts- und Kulturräumen umfunktioniert wurden. In ihrer Bachelorarbeit „Von Militäranlagen zu Wirtschaftsstandorten: Eine Analyse der wirtschaftlichen Umnutzung der Südtiroler Bunker“ analysierte Doris Reiserer aus Brixen fünf umfunktionierte Bunker. Laut der Analyse sind vor allem lebensmittelnahe Anwendungen wirtschaftlich rentabel, etwa für die Käsereifung und den Weinausbau. Gemeinwohlorientierte Projekte wie Museen, Ausstellungen und Events arbeiten hingegen größtenteils kostendeckend und reinvestieren etwaige Überschüsse vollständig in das Programm und die Erhaltung der Anlagen.
In ihrer Masterarbeit „Mitigating Overtourism in Alta Badia through Identity tourism: Reframing the relationships between tourism and the local community” untersuchte Laura Baldin aus Brescia, wie sich der Overtourism in Alta Badia auf das Wohlbefinden der Einwohner/innen und die Qualität des touristischen Erlebnisses auswirkt. Laut der Umfrage sehen sowohl Einheimische als auch Tourist/innen im identitätsbezogenen Tourismus eine Chance, die Beziehung zwischen lokaler Bevölkerung und Gästen zu stärken. Zu den Empfehlungen zählen u.a. eine stärkere Entzerrung der Saison und Verlagerung von Events, eine intensivere Zusammenarbeit mit anderen ladinischen Tälern sowie eine stärkere Einbindung der Einwohner/innen in die Tourismusplanung.
„Die prämierten Abschlussarbeiten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig die wirtschaftlichen Fragestellungen in Südtirol sind: von der Wohnraumpolitik über die Umnutzung historischer Infrastrukturen bis hin zu neuen Ansätzen im Tourismus. Solche Analysen liefern wertvolle Impulse für die wirtschaftspolitische Diskussion“, erklärte WIFO-Direktor Georg Lun.
Wettbewerb „Bachelor- und Masterarbeiten zur Südtiroler Wirtschaft“: Die Bewerbungsfrist für die nächste Ausgabe des Wettbewerbs läuft vom 13. April bis 14. Juni 2026. Die drei besten Exposés werden wieder mit einem Preisgeld von je 1.500 Euro belohnt. Interessierte Studierende können alle Unterlagen und weitere Informationen zum Wettbewerb online finden.
Im Bild von links nach rechts: WIFO-Direktor Georg Lun mit den Gewinner/innen Laura Baldin, Doris Reiserer und Fabian Giovannini.





