Handelskammer Bozen
Wirtschaft = Zukunft
Simon Thun

Lenet Group

Träume, die weiterleben

Als Unternehmer möchte Simon Thun, Vizepräsident der Lenet Group, vor allem einen Beitrag für die kommenden Generationen leisten - und gleichzeitig den vor über 60 Jahren begonnenen Traum seiner Großeltern fortführen.

Herr Thun, wie ist Ihr Betrieb entstanden?
Simon Thun: Thun ist ein Famili­enunternehmen. Gegründet wurde es 1950 von meinen Großeltern Lene und Otmar, die sich damit schon als junges Paar einen Traum verwirklichten. Die zweite Generation, mein Vater Peter, übernahm den Betrieb Ende der Achtzigerjahre. Er beschloss, die Geschäftstätigkeit weiter auszu­bauen. Im Laufe der Jahre haben wir die Brands Unitable und Con­necthub erworben. 2021 haben wir dann das gesamte Manage­ment, Markenzeichen, Verkauf, E-Commerce, Digitalisierung und Logistik in eine einzige strategi­sche Plattform - die Lenet Group – einfließen lassen.

Wie sind die beiden Generationen­wechsel im Familienunternehmen vor sich gegangen?
Die Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Generationen war sehr einfach. Beim ersten Wech­sel ging der Betrieb von meinen Großeltern direkt auf meinen Vater über, da sich der Bruder meines Vaters nie für das Geschäft inte­ressiert hat. Auch ich habe eine Schwester, aber sie hat genau wie mein Onkel einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Heute bin ich der Vizepräsident und leite die Lenet Group zusam­men mit unserem CEO Francesco Pandolfi. Für ein Familienun­ternehmen wie das unsere ist die Anwesenheit eines externen Managers während des Generati­onswechsels besonders wichtig. Es kann nämlich durchaus vorkom­men, dass sich nicht alle einig sind und die Meinungen bisweilen „auseinanderdriften“. Doch wenn Generationen unterschiedlicher Meinung sind, wird auch die fami­lieninterne Balance gestört. Eine ganz andere Sache ist es hingegen, wenn eine neue Generation und ein Manager aufeinanderstoßen.

Welche Wertvorstellungen hat Ihre Generation?
Die Wertvorstellungen, die die gesamte Lenet Group und mich bewegen, sind in der Stiftung Lene Thun Onlus zusammengefasst. Zurzeit beschäftigt sich die Stif­tung mit pädiatrischer Onkologie. Für ein Kind ist ein langer Auf­enthalt im Krankenhaus besonders schwer; wir versuchen, den jungen Krebspatienten diesen Moment durch einen kreativen Prozess zu erleichtern. In diesem Sinne haben wir die Keramiktherapie entwickelt, bei der durch Spiel und Kneten Schmerz verarbeitet wird. Die Therapie wurde in Zusam­menarbeit mit fünf Professoren der Universitäten von Mailand und Venedig entwickelt und wird in knapp 40 Krankenhäusern in Werkstätten und Workshops angewendet.

Was treibt Sie dazu, ein Familienun­ternehmen weiterzuführen?
Als Unternehmer möchte ich vor allem einen Beitrag für die kom­menden Generationen leisten. In der Lenet Group heißt es oft: „One top line, and three bottom lines“. Es geht hier nicht nur um Gewinn, sondern auch um einen Planeten und um Menschen: Wenn Sie diese drei Aspekte in die Glei­chung einbauen, beginnen Sie, Ihr Unternehmen mit anderen Augen zu sehen.

Warum sind für Lenet die Personen so wichtig?
Dass wir eine große Gesellschaft sind und positive Zeichen setzen können, verdanken wir vor allem den Menschen, die tagtäglich mit großem Einsatz ihren Beitrag leis­ten. Ein grundlegendes Element unseres Personalmanagements ist die bestmögliche Flexibilität. Bei uns können die Mitarbeiter/innen ihren Arbeitsstandort und die Arbeitszeiten frei gestalten. Diese Führungsmodalität steigert unserer Meinung nach sogar die Produktivität und eignet sich ganz besonders für unsere Belegschaft, die zu 83 Prozent aus Frauen und zu 74 Prozent aus Millennials besteht.

Info

Simon Thun, 32 Jahre alt, Universitätsabschluss in Business Management an der European Business School in London, startete seine berufliche Laufbahn als Business Developer in LAZADA (Gruppe Alibaba). 2014 stieg er offiziell als Produktverantwortlicher in das Unternehmen THUN ein. Nachdem er weitere Erfahrungen gesammelt hatte, übernahm er die Funktion des Omnichan­nel Retail Director. In den letzten zwei Jahren baute er seine Kompetenzen weiter aus, um sich der zunehmenden Digi­talisierung des Unternehmens und der Entwicklung von Connecthub zu widmen. Ende 2018 wurde er Vizepräsident der Thun AG und stand an der Seite des Geschäftsführers; heute hat er dieselbe Funktion in der LENET Group inne.

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